Auch wenn der Schutz von Biodiversität und Wäldern im Unternehmensalltag oft nur eine Nebenrolle spielt, sind diese Themen für die Wirtschaft afrikanischer Länder von zentraler Bedeutung. Sie liefern wichtige Ökosystemleistungen wie saubere Luft, Nahrung sowie Wasser und tragen zum Hochwasserschutz, zur Klimaregulierung und zur Förderung des Tourismus bei. Diese ökologischen Ressourcen bilden die Grundlage für zahlreiche Wirtschaftszweige wie Landwirtschaft, Bergbau, Tourismus und das verarbeitende Gewerbe.
Dennoch schreiten Entwaldung und Zerstörung der Biodiversität in zahlreichen afrikanischen Ländern in großem Umfang voran. In der Elfenbeinküste beispielsweise sind durch den Anbau von Kakaoplantagen bereits 90 % der ursprünglichen Waldfläche verloren gegangen. Auch Bergbauaktivitäten auf dem gesamten Kontinent führen zu weitreichender Entwaldung und zum Verlust biologischer Vielfalt. Insgesamt verliert Afrika somit jedes Jahr Waldflächen, die etwa der Größe der Niederlande entsprechen.
Die anhaltende Entwaldung und der damit verbundene Verlust von Ökosystemleistungen stehen in engem Zusammenhang mit den unterschiedlichen wirtschaftlichen Aktivitäten in den afrikanischen Ländern. Für Unternehmen entstehen dadurch ernstzunehmende Umweltrisiken in ihren Lieferketten.
Der Schutz der Biodiversität und der Wälder in afrikanischen Ländern geht Hand in Hand mit der Wettbewerbsfähigkeit und den wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen. Ein erster Schritt für Unternehmen besteht darin, Entwaldungsrisiken in den Herkunftsländern ihrer Produkte zu identifizieren und zu überprüfen.
Dies trägt nicht nur zum Schutz der afrikanischen Wälder bei, sondern hilft Unternehmen auch dabei, sich auf die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) vorzubereiten. Diese tritt am 30. Dezember 2026 bzw. am 30. Juni 2027 (für Kleinst- und kleine Unternehmen) in Kraft und verbietet Unternehmen jeder Größe, Produkte auf dem europäischen Markt in Verkehr zu bringen, die Entwaldung verursacht haben.
Der CSR Risiko-Check dient dabei als praktisches Tool zur Überprüfung von Entwaldungs- und Biodiversitätsrisiken in globalen Lieferketten. Neben länder- und produktspezifischen Risikothemen listet er auch relevante Handlungsempfehlungen und Organisationen auf, die sich mit Entwaldung, Biodiversität und der Einhaltung der EUDR befassen.
Bei der Analyse ihrer Lieferketten müssen Unternehmen sorgfältig vorgehen. Informationen von Lieferanten können beispielsweise unzuverlässig sein oder entsprechen möglicherweise nicht den realen Bedingungen. Die Bewertung der Situation in den Produktionsländern ist oft schwierig, insbesondere bei komplexen Lieferketten.
Zwar können Zertifizierungen und externe Audits für Unternehmen ein nützliches Instrument sein, um Informationslücken zu schließen, doch es gibt auch „Net-Zero-Deforestation“-Initiativen, die mehr Schaden als Nutzen anrichten. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Website der internationalen NGO World Rainforest Movement. Wir empfehlen Ihnen daher, auf eine Überprüfung durch unabhängige Dritte zu achten und mit vertrauenswürdigen Partnern zusammenzuarbeiten. Wenn Sie mehr über Entwaldung und Biodiversität erfahren möchten, bietet Ihnen der CSR Risiko-Check aktuelle Risikoinformationen und wertvolle Handlungsempfehlungen für Ihre Due-Diligence-Maßnahmen.
Darüber hinaus stellen Plattformen wie A-Track, Business for Nature, WBCSD und das Science Based Targets Netzwerk nützliche Tools, Methoden und Beispiele zur Verfügung. Die Organisationen unterstützen Unternehmen dabei, ökologische Risiken zu bewerten, Prioritäten zu setzen und messbare Ziele zur Erhaltung der Biodiversität zu definieren. Zudem stellen sie Schritt-für-Schritt-Leitfäden, branchenspezifische Maßnahmen und Indikatoren bereit, um Unternehmen beim Übergang von der Risikoanalyse zur Umsetzung und Wirksamkeitskontrolle zu unterstützen.
In unserem Webinar vom 12. November 2025 präsentieren wir die Funktionsweise und die neuesten Updates des CSR Risiko-Check. Wir zeigen außerdem, wie der CSR Risiko-Check Unternehmen bei der Vorbereitung auf die bevorstehenden EU-Lieferkettengesetze unterstützen kann und wie wir die Perspektive des Globalen Südens einbeziehen. Wenn Sie das Webinar verpasst haben, können Sie sich unten die Aufzeichnung ansehen!
Solarzellen, Windkraftanlagen und Elektrofahrzeuge sind wichtige Treiber der Energiewende. Doch hinter diesen Energietechnologien verbirgt sich eine problematische Realität. Der Abbau und die Weiterverarbeitung der dafür benötigten Mineralien und Metalle sind oft mit erheblichen Menschenrechts- und Umweltrisiken verbunden. Um Ihnen dabei zu helfen, diese Herausforderungen zu erkennen und anzugehen, wurde der CSR-Risiko-Check um neue Produktkategorien und Informationen zu Transition Minerals erweitert.
Vor kurzem haben wir ein Webinar veranstaltet, um den CSR Risiko-Check näher zu erläutern. In diesem Webinar haben wir die neuen Funktionen des CSR Risiko-Checks erörtert und erklärt, wie das Tool Sie bei der Vorbereitung auf Rechtsvorschriften wie die CSDDD unterstützen kann. Falls Sie das Webinar verpasst haben, finden Sie unten die Aufzeichnung!